Seelenband
Seelenband

Ich war drei Jahre Mitglied im Bruno Gröning Freundeskreis von Grete Häusler. Zwei Jahre hatte ich eine ehrenamtliche Aufgabe (Bücherwart) übernommen. Ich hatte verschiedene Gemeinschaftsstunden immer wieder besucht und mich auch privat intensiv mit der Lehre Bruno Grönings befasst.

Ich hatte auch Thomas Busse kennengelernt und seine Info-Veranstaltung zweimal besucht.

Die Bücher von Alfred Hosp hatte ich gelesen, der die Lehre von Bruno Gröning selbst unterrichtet bekam und später ein wichtiger Zeitzeuge war und selber Informationsstunden gab.

 

Durch Bruno Gröning fand ich die Verbindung zu Gott und durch seine Lehre lernte ich meine Gedanken zum Guten auszurichten und dies zu praktizieren.

 

Durch den Dokumentarfilm von Thomas Busse (Das Phänomen Bruno Gröning), der damals im Kino Maxim in München gezeigt wurde, kam ich zum Bruno Gröning Freundeskreis. Nach dem Kino hatten wir eine Einladung für eine Infoveranstaltung in einem Münchner Hotel erhalten und dann ließen wir uns (meine Freundin und ich) beim Freundeskreis „einführen“. Die Einführung ist ein Infogespräch mit einem Gemeinschaftsleiter, der deutschlandweit und weltweit vielen Gemeinschaften, des Bruno-Gröning-Freundeskreises von Grete Häusler. Danach hat man erst die Berechtigung die Gemeinschaftstunden zu besuchen.

 

Bei den Gemeinschaftstunden spürte ich beim „Einstellen“ immer wieder eine positive Energie an Händen und Kopf, die sich so gut und warm anfühlte. Dies veranlasste mich immer wieder die Gemeinschaftsstunden zu besuchen. Mit der Zeit lernte ich meinen Körper besser zu beobachten und stellte immer mehr den Bezug meiner Denkweisen und Handlungen zu meinem Unwohlsein oder Wohlsein fest und konnte ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Kraft meine Gedanken und Handlungen auf mich selbst und andere hatten. Durch das „Einstellen und Bitten“ erlebte ich, wie Geschehnisse positiv beeinflusst wurden und dies hilfreich für mein Leben war. (Heute weiß ich, dass die vielen Regelungen, welche ich in den 3 Jahren Freundeskreis durchmachen musste, daher kamen, weil ich überhaupt nicht wusste, was ich aufnahm, als ich die Hände aufhielt, um die göttliche Kraft zu empfangen. Die Hauptursache vieler Regelungen ist meines Erachtens die, das der Mensch die Energien oder Kräfte, die er aufnimmt, nicht unterscheiden kann und keine Ahnung davon hat, ob sie für ihn gut oder schlecht sind. Bruno Gröning war sehr talentiert und konnte die göttliche Kraft empfangen, und Gutes vom Bösen unterscheiden).

 

Dann übernahm ich die Aufgabe des Bücherwarts für eine Gemeinde („Freunde“ erzählten mit Übernahme einer Aufgabe bekommt man noch mehr Hilfen und Heilung) und kam dadurch intensiver in Berührung mit dem Freundeskreis. Ich wurde angehalten nur noch die Musik und Bücher des Freundeskreises zu verwenden und mich ausschließlich auf die Freunde vom Freundeskreis zu konzentrieren. Ich würde keine anderen Freunde mehr brauchen, sagte man mir. Auch, dass andere Musik nicht gut wäre und vom Bösen komme. Da haderte ich das erste Mal mit mir (das ist Sektendenken) und zweifelte daran, dass ich hier bei etwas für mich nicht Gutem gelandet bin. Dennoch hörte ich immer wieder den Hinweis der Gemeinschaftsleiter in mir „das Böse will dich hier vom guten Weg abbringen, indem es Dir schlechte Gedanken schickt, die du ignorieren musst“. So erwachte mein Kampfgeist und ich wollte es wissen. Ich übernahm dieses Amt und hatte so einige Kämpfe mit anderen Helfer-Mitgliedern zu bestehen. Ich wurde ständig gedrängt Tagungen zu besuchen. Einmal sagte man mir: „wollen sie jetzt die Heilung?, dann fahren sie auf die Büchertagung“. Das schockte mich wieder und trotzdem machte ich weiter, weil ich von anderen immer wieder hörte, dass eine böse Kraft mich abbringen will und der Freundeskreis nur Gutes will.

 

Auch sollte ich plötzlich mit Übernahme der Aufgabe Bücherwart alle drei Wochen zusätzlich Enge-Kreis-Helfer-Treffen besuchen, was mir erst nach Übernahme des Amtes mitgeteilt wurde. Das konnte ich jedoch mit meinem Berufs- und Familienleben nicht vereinbaren. Sowieso besuchte ich pflichtbewusst alle drei Wochen die Gemeinschaftsstunden, wo ich die Bücher hinbrachte, auslegte, die Spenden einsammelte, die Bücher wieder mitnahm und zu Hause aufbewahrte, bis zur nächsten Gemeinschaftstunde, sowie die vierteljährlichen Spendenabrechnungen erstellte.

 

Nach einiger Zeit machte man mich streng darauf aufmerksam, dass ich viel zu wenig Spenden einnahm und leitete mich an, wie ich mich vor die Gemeinschaft stellen sollte, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen, was so ein Buch oder eine CD/DVD, Kalender etc. wert sei. Ich war schon fast soweit und wollte dies tun. Dann hatte ich jedoch durch ein Gespräch mit einer Freundin, die noch nicht so lange beim Freundeskreis war, die Einsicht, dass es sich um Spenden handelt und diese auch noch freiwillig zu geben sind (so der Leitsatz des BG-Freundeskreises) und dass die Menschen, die weniger geben vielleicht auch nicht mehr haben und nicht aus Geiz handeln.

 

Alle Ämter beim Freundeskreis sind ehrenamtlich und dafür gibt es keinen Ausgleich (außer man hilft im Ausland Gemeinschaften aufbauen und man hat sich einen Namen im Freundeskreis gemacht, dann werden einem die Flüge manchmal bezahlt). Der Lohn ist die Gnade Gottes dabei sein zu dürfen, so sagte man mir. 

 

Viele Freunde sind Rentner oder nicht berufstätig, weil sie psychisch oder körperlich krank sind. Von ihnen haben die wenigsten eine ehrenamtliche Aufgabe übernommen (sicher können sie es nicht, weil ihr Gesundheitszustand es nicht zulässt - das soll keine Kritik von mir sein, nur eine Erzählung). Wenn man einmal Helfer ist, wird man genötigt, mehrere Aufgaben zu übernehmen und so haben manche zwei oder drei Jobs im Freundeskreis.

 

Manche Freunde erweitern ihre Denkweise zum Guten. Andere nicht. Ich habe erlebt, wie sich Mitglieder überhaupt nicht verzeihen können und gegenseitig böse aufeinander sind und bleiben. 

 

Die Bücher wurden gegen Spenden abgegeben und dann, sagte man mir nach einer der vierteljährlichen Quartalsabrechnungen (die ich zu machen hatte) wieder, dass ich zu wenig „Spenden einnehme“. Ich hatte wieder innere Kämpfe, sprach mit verschiedenen Freundeskreismitgliedern und kam irgendwann zu dem Schluss diese Aufforderung zu ignorieren. Ich befolgte auch den dringenden Rat nicht, die Leute zu mehr Spenden anzuhalten und ihnen den „tatsächlichen Wert“ der Bücher klar zu machen. So mancher hatte wohl durch lesen eines Buches (welche ausschließlich vom Freundeskreis im eigenen Verlag aufgelegt werden) schon eine Heilung erhalten. Und das kann man mit Geld sowieso nicht bezahlen, so immer wieder die Erzählungen der Gemeinschaftsleiter. 

 

Immer mehr merkte ich, dass der Freundeskreis ein großes und erfolgreiches Marketingunternehmen ist und ein großes Interesse bestand mehr Mitglieder zu werben. Meine Enge-Kreis-Leiterin war früher in einem großen Unternehmen angestellt und ihre Strenge, sagte sie, komme daher. Ich dachte für mich: „wohl auch ihr Vertriebsdenken“. Sicher braucht es bei so einem großen Unternehmen Menschen mit Rückrat, für mich war es halt nicht das Richtige und zuviel Druck.

 

Dies alles habe ich im Bruno-Gröning-Freundeskreis in München so erlebt. Mit der Zeit lernte ich auch Menschen vom Freundeskreis aus anderen Bundesländern kennen. Die berichteten mir ganz anderes. Nicht überall in Deutschland und in der Welt (der Freundeskreis Grete Häusler hat weltweit ca. 80.000 Mitglieder habe ich gehört) wird „die Lehre Bruno Grönings“ so ausgelegt und gelehrt wie in den Münchner Gemeinschaften und im Umland Münchens. Auch ist dies ein Bericht meines Erlebens beim Freundeskreis. Ich spreche nur für mich. Es ist ein Teil meiner Bewusstwerdung und deshalb berichte ich darüber. Mir ist klar, dass viele andere „Freunde“ so etwas nicht erlebt hatten und empört darüber sind. Ich habe es so erlebt und berichte die Wahrheit.

 

Trotz meiner Zweifel war ich damit beschäftigt zu erfahren, was ich aus all dem lernen kann und blieb weiter beim Freundeskreis. Ich erlebte auch nicht nur Schlechtes. Ich konnte einige Hilfen, um die ich innerlich bat, erhalten und dadurch wurde ich bestärkt immer weiter zu machen und noch ehrgeiziger zu werden. Ich hatte damals gar keine Ahnung von meinem eigenen Willen und meiner Schöpferkraft und dachte, nur Bruno Gröning hat mir geholfen. Eines Tages erkrankte ich an Rheuma. Ich wunderte mich schon. Ich dachte, wenn ich auf dem richtigen Weg bin, müsste ich gesünder werden und nicht kränker. Ab da geriet ich jedoch in den Kreislauf des „Einstellens und Bittens an Bruno Gröning“. Es wird beim Freundeskreis morgens um 9 Uhr und abends um 21 Uhr gemeinsam (und doch jeder für sich an dem Ort, wo er sich befindet) eingestellt und für alles und jeden und die ganze Welt „gebittet“. Ich stellte mich regelmäßig ein aber unternahm sonst nichts und hatte immer mehr Schmerzen. Mein Band mit dem Freundeskreis wurde in der Zeit immer stärker, denn ich war überzeugt, dass nur Bruno Grönings Hilfe mich von meiner Qual befreien kann. Hatte ich ja schon viel Ungewöhnliches und Gutes erleben dürfen und hörte auch immer wieder die Hilfe- und Heilungsberichte der anderen.

 

Dann kam der Augenblick, wo der Gemeinschaftsleiter (aus der Gemeinschaft, in der ich Bücherwart war) in eine andere Stadt zog und sein Amt damit nieder legte. Er war lange beim Freundeskreis und Gemeinschaftsleiter von zwei Gemeinschaften gewesen. Er hatte finanzielle Engpässe und Probleme den Umzug zu bewältigen. Ich nahm an, dass sich hier genügend Helfer für seinen Umzug finden würden und fragte bei der Engen-Kreis-Leiterin an, ob wir nicht ein paar freiwillige Helfer zusammen trommeln könnten, um ihn tatkräftig zu unterstützen und „Geld sammeln“ damit ein Umzugs-LKW gemietet werden konnte. Da wurde ich völlig vor den Kopf gestoßen. Mir wurde streng und unmissverständlich erklärt, dass dies (mein Vorhaben und Denken) nicht der richtige Weg wäre. Jeder Freund ist für sein Leben selbst verantwortlich und muss selber sehen, wie er zurechtkommt und sein Leben ordnen. Das erreicht er, wenn er sich oft „einstellt“ und richtig glaubt. Ich solle mich für ihn „einstellen“, das ist es was ich für ihn tun kann. Das war mir neu. Aus meinen bisherigen Lebenserfahrungen kannte ich, dass Freunde füreinander einstehen und sich gegenseitig helfen und das auch tun und nicht nur daran denken (also sich einstellen und Bruno Gröning bitten). Ich sprach dann noch mit ein paar „Freunden“. Bis auf eine „Freundin“ (die war auch noch nicht so lange dabei, wie ich selbst) war niemand groß erfreut über meine Anfrage. Ich ließ es gut sein. Schenkte dem Gemeinschaftsleiter 300,00 € für einen LKW und kümmerte mich dann um meinen Umzug, der zeitgleich anstand. So hatte ich erst einmal genug zu tun und auch mit meinem zu dem Zeitpunkt starken Rheuma zu kämpfen. Später erfuhr ich, dass die eine Freundin, die noch nicht so lange beim Freundeskreis war, in die andere Stadt gefahren war und dem ehemaligen Gemeinschaftsleiter einen Tag beim Einzug in die neue Wohnng half.

 

Nach meinem Umzug fand ich in Germering eine neue Gemeinschaft, die mir auch besser gefiel und wo kein spürbarer Druck ausgeübt wurde. Natürlich wünschte man sich auch hier Helfer. Mit der Zeit gab ich die Aufgabe als Bücherwart in der anderen Gemeinschaft ab und es wurde ruhiger in mir und meine inneren Kämpfe und Zweifel gegenüber dem Freundeskreis hörten auf. Privat beschäftigte ich mich mit der Lehre Bruno Grönings und kaufte mir selber Originalvorträge und Bücher von Alfred Hosp, welche ich am Büchertisch im Freundeskreis nicht fand.

 

Ich erlebte immer wieder kleinere Hilfen durchs „Einstellen“, was mich bestärkte dabei zu bleiben und meine Hoffnung wurde immer größer vom Rheuma eines Tages durch eine Spontanheilung befreit zu werden. So ging ich buchstäblich dem ganzen „auf den Leim“ (dies hatte nur mit mir zu tun - nicht mit dem Freundeskreis und seinen Mitgliedern, es hätte mir überall anders auch passieren können, es war meine eigene Lernaufgabe - heute weiß ich, ich neige zu Abhängigkeiten).  Ich hörte immer wieder, dass bei den Wanderwochen so viele Heilungen geschehen (der Freundekreis pilgert einmal im Jahr nach Filzmoos/Österreich – man kann dort eine Woche mitwandern – die Wanderwochen finden jedes Jahr sechs Wochen statt).

 

Ich hoffte frei von diesen schlimmen Rheuma-Schmerzen zu werden und Karl und ich meldeten uns eine Woche in Filzmoos an. Das war eine schlimme Woche für uns. Ich hatte dort noch mehr Schmerzen, als jemals zuvor und danach. Karl hatte die ganze Woche eine Depression. Das Ergebnis nach meiner Rückkehr, welches ich mir selbst ausrechnete und auch von der Gemeinschaft bestätigt bekam: ich hatte nicht richtig geglaubt, gesund zu werden. Tsja, danach musste ich mich ersteinmal sammeln und konnte alles nicht mehr richtig einordnen. Ich war überzeugt, der Fehler lag bei mir und hatte wieder innere Kämpfe.

 

Die Geseke-Schulungswoche besuchte ich dreimal. Beim ersten Mal bekam ich eine Woche vorher eine unglaublich starke Grippe. Das sind Regelungen wurde mir gesagt. Das Böse will mich abhalten hinzufahren. Im Freundeskreis darf man das Wort Krankheit „nicht in den Mund nehmen“, man spricht nur von Regelungen und erläutert diese keinesfalls.  

 

Mein Kampfgeist erwachte erneut und ich fuhr trotz „starker Regelungen“ hin, weil ich mich nicht so leicht kleinkriegen lasse, dachte ich. Trotz starker Grippe war ich auf der Hinfahrt nach Geseke vollkommen von dem starken Fliesschnupfen und den Gliederschmerzen befreit und konnte 5 Stunden durchfahren. Direkt nach der Ankunft in Geseke ging der Stärke der starke Schnupfen wieder los. Wie geht denn das, dachte ich? Da muss ja was dran sein, an den Erklärungen der Freunde. Während einer Schulungswoche passieren oft viele Heilungen, wie die Berichte der Freunde aussagen.

In Geseke war ich während der ganzen Zeit (wir blieben immer nur 4 Tage, um Silvester mit unseren Familien zu feiern) halb im Grippe-Delirium und bekam von den tag- und abendfüllenden Vorträgen (wo man jeden Tag den ganzen Tag auf einem harten Stuhl sitzt – daran musste ich mich erst gewöhnen) kaum was mit.

 

Das Jahr drauf erlebte ich dann wieder Übles bei der Schulungswoche. Ich hatte jeden Tag extrem starkes Nasenbluten und wurde von den Freunden beruhigt und beglückwünscht, dass es Regelungen sind. Das mysteriöse war, dass das Nasenbluten, welches oft eine halbe Stunde dauerte, immer kontrolliert einsetzte, wenn ich gerade in der Nähe eines Waschbeckens war und einmal unbemerkt am Parkplatz. Ich konnte mir das nicht erklären und dachte, das müssten dann doch reinigende Regelungen sein (später habe ich erfahren, dass es sich wirklich um eine „eingebaute“ Hilfe für mich handelt - das Nasenbluten nimmt mir den Druck im Kopf, ich habe zu hohen Blutdruck). Während den Vorträgen bekam ich kein Nasenbluten, so dass es niemandem auffiel, worüber ich dankbar war, denn ich mag kein Aufsehen.

 

Wir erlebten einmal, wie während der Rosenheimtagung eine Dame bewusstlos zusammenklappte und am Boden lag. Man legte ihr etwas unter den Kopf und lies sie liegen. Herr Häusler sprach ruhig weiter. Er hatte so etwas schon öfter erlebt, auch als seine Mutter, Frau Grete Häusler, noch die Führung hatte, erzählte er. Das sind Regelungen und danach erhielt der Kranke dann seine Heilung, so die Erfahrung von Herrn Häusler.

 

Die Lehre Bruno Grönings wurde von Grete Häusler verändert. Das Wort "Jesus Christus" wurde aus allen Vorträgen, die Bruno Gröning gehalten hatte, rausgelöscht und aus den Abschriften gestrichen. Alle Bilder von Bruno Gröning, auf denen er ein Kreuz um den Hals trut wurden retuschiert und das Kreuz wurde entfernt. Die Erklärung von Grete Häusler, die von den Freunden immer wieder erzählt wird, war, dass der Freundeskreis weltweit Mitglieder hat und religionsunabhängig erscheinen möchte aber viele Menschen mit Jesus Christus ein Problem haben. Aus allen Büchern wurde das Wort Jesus entfernt. Originalvorträge von Bruno Gröning gab es selten zu hören. Einmal bei einer Rosenheimtagung hatte ich einen kurzen Ausschnitt aus einem Originalvortag von Bruno Gröning gehört und einmal in einer Gemeinschaftsstunde. Das war am Anfang, wo ich eingetreten war, dann habe ich es nicht mehr erlebt. Die Gemeinschaftsleiter waren angehalten in jeder Gemeinschaft eine oder zwei Seiten aus einem Originalvortrag von Bruno Gröning vorzulesen. Für mich war es schwierig, erst nach 3 Wochen die Fortsetzung zu hören und trotzdem den Sinn aus dem ganzen Vortrag zu erkunden. 

 

Der Ablauf, wie eine Gemeinschaftsstunde ablaufen soll, wurde von Herrn Dieter Häusler vorgegeben. Begrüßung und Abgeben aller Probleme, Musik, sehr lange Rede des Gemeinschaftsleiters (die Gemeinschaftsleiter sind sehr unterschiedlich, viele erzählen einfach von ihren eignen Erlebnissen. Eine Gemeinschaftsleiterin war anders und brachte viel von der Lehre und auch den Zusammenhang zu Jesus), dann wieder Musik, Vorlesen einer Heilung aus einen Schulungsheft (welches der Freundeskreis in regelmäßigen Abständen rausgibt und jedem Mitglied zusendet), dann darf jeder der möchte seine mitgebrachte Bitte laut aussprechen und zum Abschluss folgt gemeinsames Einstellen. Die Dauer ist zwischen zwei und drei Stunden. Das Wort Gemeinschaftstunde ist hier irreführend, es ist ein Monolog über mehrere Stunden. Man ist auch nicht berechtigt Fragen zu stellen, vor der Gruppe.

 

Als ich in der Gemeringer Gemeinschaft war, wurde es ruhiger in mir und ich wurde überzeugter Freundeskreisbesucher, weil es mir immer so gut tat, die Kraft in der Gemeinschaft aufzunehmen, wie ich damals meinte. Das „Einstellen und Bitten“ gehörte schon zu meinem Alltag. Ich hinterfragte nicht mehr viel, was ich tat, überlies mein Leben Bruno und dem Freundeskreis und befand mich, rückblickend betrachtet, aus heutiger Sicht, in einer „Endlosschleife“.

 

In 3 Jahren hatte ich keine persönliche Freundin aus dem Freundeskreis gewonnen (meiner Freundin ging es komischerweise genauso). Sowas hat ja immer auch mit einem selber zu tun, das ist kein Vorwurf von mir an die Freunde.  

Evtl. kam das auch daher, weil man immer wieder erzählt bekam, dass man durch das Hören von üblen Geschehnissen und Krankheiten von anderen, selber Böses aufnehmen kann und gleich krank wird. Jeder hatte nur noch Angst, wenn irgendwo ein Radio lief und Nachrichten gesendet wurden und auch die schlechte Musik und die Erzählungen von anderen, dadurch holt man sich das Böse und dies erzeugte Angst und Isolation. Bei manchen Gemeinschaften war es dann so, wenn jemand alleine mit seinen Problemen nicht fertig wurde, konnte derjenige den Gemeinschaftsleiter anrufen, dann hat sich der für den anderen "eingestellt". Es gab auch eine Hilfsbedüftigenkette. Da war ich auch mal dabei. Es wurden per SMS Namen an einen geschickt und für die "stellte man sich ein" (man bat also Bruno Gröning um Hilfe). Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass ich ständig das 1. Gebot verletzte. Anfangs waren das viele Namen, dann wurde gesagt, man soll sich nur noch melden, wenn es wichtig ist (aber wer entscheidet das? Für jeden sind seine Sorgen am dringlichsten).

 

Trotzdem ging ich weiter zu den Gemeinschaftstreffen und teilte zweimal Flyer mit aus. Das sind organisierte Treffen, wo jeder einen Stadtteilplan bekommt, um in dem, ihm zugeteilten Bezirk, Bruno Gröning-Flyer auszuteilen. Es kam, trotzdem der Freundeskreis darauf bedacht ist Flyer nicht doppelt auszuteilen, ab und an zu Mehrfachausteilungen und Bürger, die nicht zum Freundeskreis gehören, fühlten sich belästigt, von der vielen Werbung. Jeder „Freund“ ist davon überzeugt, dass das was im Freundeskreis getan wird sehr gut ist und zur Rettung der Seelen beiträgt und möchte, dass möglichst viele Menschen das auch so erleben dürfen. Dabei übersieht man leicht, dass man anderen nichts aufdrängen darf und den Willen anderer achten muss. Mir ging es so und ich meinte, dass meine Söhne doch auch zum Freundeskreis gehen sollten.

 

In den Gemeinschaftstunden geht es viel um die geschehenen Heilungen. Die Freunde erzählen jede Kleinigkeit als übergroßes tolles Hilfe- und Heilungserlebnis. Zwischendurch gibt es auch wirklich gute Heilungen, die dann in den Heilungsberichten stehen, die jeder „Freund“ zugeschickt bekommt. Auch bekommt man noch Schulungsberichte zugeschickt und daraus wird dann in den Gemeinschaftsstunden vorgelesen. Es wird ausschließlich Musik von CD’s vom Freundeskreis abgespielt und am Büchertisch dürfen nur Bücher liegen, die „Freunde vom Freundeskreis“ geschrieben haben und im eigenen Verlag rausgebeben wurden. Einige Freunde werden dadurch richtig berühmt beim Freundeskreis und von den Freunden bewundert.

 

Nur am sogenannten „Fremdbüchertisch“, den man auf Tagungen findet, bekommt man ausgewählte und für gut befundene Bücher von anderen Verlagen angeboten. Und ausgerechnet bei meiner letzten Geseke-Schulungswoche bekam ich ein Buch von Pater Pio in die Hände, das für mich eine große Wende brachte. Ich kam über dieses Büchlein in Kontakt mit jemanden, der mir sagte, dass ich das erste Gebot missachte. Diese Aussage erinnerte mich an einem Mann, der mir schon vor einem Jahr sagte, dass wir die 10 Gebote befolgen müssen. Damals hörte ich wohl nicht richtig zu. Diesmal war es aber unmissverständlich und mein „innerer Vorhang“ ging auf und mir war mit einem Mal all MEIN falsches Tun beim Freundeskreis klar.

 

Am Büchertisch habe auch ich unzählige Bruno-Bilder und Kalender erworben. Die in unserer Wohnung hingen und in meiner Tasche und in meinem Auto waren. Ein Bücherwart musste mit gutem Beispiel vorausgehen und sich alle Artikel irgendwann erspendet haben. Später, als ich auf mein Handeln zurück blickte, kam in mir großes Schamgefühl gegenüber Gott auf. Ich fuhr nach Hause und entfernte alle "Götzenbilder". Anschließend meldete ich mich beim Freundeskreis ab und verabschiedete mich von den Gemeinschaftsleitern (die sehr lieb und herzlich waren und sagten, wenn wir einmal wieder den Wunsch verspüren würden teilzunehmen, wir jederzeit wieder kommen können). Ich habe von niemanden je wieder etwas gehört und auch von meiner Seite nichts mehr hören lassen. 

 

Mir ist nun klar, wir dürfen nur zu Gott bitten, nicht zu Jesus oder Mutter-Gottes-Maria, auch nicht zu den Erzengeln oder anderen. Das sagte mir ein alter weiser Mann - ich selbst hatte es nicht erkannt. Als ich es jedoch hörte, war mir mein falsches Denken plötzlich klar. Ich hatte Gott nicht erkannt und nicht gefunden.

 

Heute ist mir klarer, dass wir nicht permanent Gott um Hilfe bitten sollen, sondern selbständig werden sollen und unsere, von Gott gegebenen, Fähigkeiten entdecken und leben sollen und was wir selber tun können, das sollen wir auch selber tun und nicht nur bitten. Wir erhielten von Gott den freien Willen (den wir beim Freundeskreis oft freiwillig abgeben, ohne dass wir uns darüber bewusst sind) und die Schöpferkraft. Diese sollten wir so einsetzen, dass wir gute und selbständige Menschen werden, unser Bewusstsein erweitern, um irgendwann während des ewigen Lebens ein guter Mensch zu werden, der seine von Gott geschaffene Eigenschaft lebt. Die Existenz unseres Lebens und unser entwickeln zum guten Menschen hört nach Abgabe des materiellen Körpers und des Verbrauchens unserer Seele (die uns von Gott gegebene Lebensenergie) meines Erachtens nicht auf. Unsere geistige Essenz besteht anschließend weiter und unsere Ausbildung zum guten Menschen geht weiter. Dafür gibt es viele Möglichkeiten im unendlichen Universum. Das ewige Leben besteht meines Wissens nicht aus ständigem reinkarnieren auf dieser Erde, die für die Menschen (auch für mich) ihr Geburtsplanet ist.

 

Bruno Gröning war ein guter Mann, er hatte gute Absichten, eine gute Begabung und gute Fähigkeiten und wollte den Menschen helfen, die ihn letztendlich schon zu Lebzeiten versklavten und ihn anhimmelten und sich an ihn klammerten und all seine gute Kraft aufsaugten. 

 

Mein Fazit über meine Teilnahme beim Bruno-Gröning-Freundeskreis: es war eine lehrreiche Erfahrung für mich und nun gehe ich meinen Weg weiter. Meiner Freundin wurde geraten ihr Amt nicht abzugeben, da aus Erfahrung die "Bindung" nicht mehr so stark ist. Ich denke jedoch: bleiben wir in einer Bindung stecken (das gilt für jede Bindung), können wir unser Bewusstsein nicht mehr frei erweitern, unser Wille ist nicht mehr frei und wir geben unsere Schöpferkraft an den oder das ab, an den oder das wir gebunden sind. 

 

Bei all unserem Tun und all unserem Beten sollten wir jedoch nie die 10 Gebote und die Bergpredigt von Jesus aus den Augen verlieren. Besonders das 1. Gebot. Wir dürfen nur Gott um Hilfe bitten und nur "ihn (es)" anbeten, nicht Jesus, nicht Maria, nicht Padre Pio, nicht Bruno Gröning. Ich habe das auch mal falsch gemacht.

Und was wir selber tun können, müssen wir selbst tun.