Seelenband
Seelenband
Grönings Tod
von Armin Risi
 
1958 kam es zu einem Gerichtsurteil, das Bruno Gröning in ganz Deutschland jegliche Heileraktivität verunmöglichte. Ende Januar 1959 kam es zu einer Berufungsverhandlung. Gröning war persönlich nicht anwesend, sondern reiste in Begleitung seiner zweiten Frau, der Französin Josette Dufossé, nach Paris und verstarb dort in einem Spital am Mittag (13:46 Uhr) des 26. Januar, genau an jenem Tag, als in Deutschland das Urteil verkündet werden sollte.
 
Das Urteil wurde dann wegen »Tod des Angeklagten« nicht mehr verlesen, aber angesichts der Mächte, die aktiv waren, konnte es sich nur um eine Bestätigung oder sogar Verschärfung des Verbots handeln.
 
Bruno Gröning starb im Alter von 52 Jahren. Offizielle Todesursache: Krebs.
 
Man fühlt sich an die alte Aussage erinnert: »Der Prophet im eigenen Land wird verkannt« (Mt 13,57; Joh 4,44). Kritiker und »Sektengegner« kommentieren, dass Gröning ein Scharlatan gewesen sein müsse, sonst hätte er wenigstens sich selbst heilen können. Auch diese Aussage findet Parallelen in der Bibel:
„Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihren Kopf und sprachen: »Du, der du den Tempel Gottes zerbrichst und in drei Tagen wieder aufbauen wolltest, hilf dir doch selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz“.
 
Desgleichen spotteten auch die Hohepriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: »Andern hat er geholfen, und sich selber kann er nicht helfen. […]« Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren (Mt 27,39-44; Mk 15,29-32).
Bruno Gröning begab sich zum Sterben in ein Spital, um nochmals zu zeigen, dass er die Zusammenarbeit mit den Ärzten suchte, und erlaubte eine Obduktion. Er hatte gesagt, dass er »innerlich verbrenne«, weil er nicht mehr heilen dürfe. Die Ärzte kommentierten nach der Obduktion, dass sie noch nie so etwas gesehen hatten und dass ein Mensch in diesem innerlichen Zustand schlimmste Schmerzen ertragen musste, von normaler Arbeitsfähigkeit und Herumreisen ganz zu schweigen.
Bruno Gröning war jedoch bis zu seinem Tod aktiv und verstarb friedlich und ohne sichtbare Schmerzen. Kurz vor seinem Verscheiden sagte er: »Was meine Gegner tun mussten, haben sie restlos getan und sind damit am Ende. Ebenso habe ich getan, was ich tun musste – dieses aber ist erst der Anfang!«
 
Der göttliche Heilstrom
 
Bruno Gröning ging es nicht um seine Person. Er betonte immer, dass er nur ein Vermittler und »Transformator« sei. Dies zeigte sich auch dann, als er durch immer weiterreichende Heilverbote in seinem öffentlichen Wirken behindert wurde. Er reagierte nicht mit Zorn oder Resignation, sondern mit einer noch größeren Vision. Er sagte sinngemäß, dass durch ihn als einzelne Person Tausende von Menschen geheilt wurden, aber wenn die Menschen lernten, sich selbst zu heilen, würden Millionen von Menschen, ja die gesamte Menschheit geheilt werden.
 
Und so konzentrierte er sich darauf, Selbstheilung durch den göttlichen Heilstrom zu lehren. Berühmt ist in diesem Zusammenhang seine Aussage: »Aufzuhalten ist es nicht. In der ganzen Welt soll sich die Heilung vollziehen.« (Solche Aussagen wurden ihm als »Größenwahn« ausgelegt.)
 
So sensationell Bruno Grönings Heileraktivität auch war, so einfach war seine Erklärung: Ursprünglich ist der Mensch in lebendiger Einheit mit Gott verbunden, doch wenn der Mensch aus dieser Verbindung herausfällt, trennt er sich von der göttlichen Quelle und gibt sich dem Bösen preis, was zu innerer Leere, Sinnlosigkeit und Gottlosigkeit führt, mit all den daraus folgenden Konsequenzen, auch gesundheitlich. Aber Gottes unbegrenzte Kraft bleibt allgegenwärtig wirksam, und sie hat als »Heilstrom« auch eine unbegrenzte Heilkraft. Wer sich wieder für diese Kraft öffnet, kann Heilung und andere Formen von Hilfe empfangen.
 
Bruno Gröning wirkte als ein Transformator, der die göttliche Heilkraft an die Menschen weiterleitete. Eine solche energetische Leistung stellte auch physisch eine einzigartige Funktion dar und war, laut Grönings eigenen Aussagen, der Grund, warum sein Hals in gewissen Phasen auf beiden Seiten deutlich an Umfang zunahm. Wie mit seinen Heilungen und seinem Tod, so war Bruno Gröning auch mit dieser anatomischen Eigenheit für die Ärzte ein Rätsel.

Armin Risi - Philosoph - Autor - Referent

Artikel von Armin Risi über Bruno Gröning