Seelenband
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Die Wahrheit über Bruno Grönings Erkrankung und Tod

Josette Gröning

 

Seit dem Tode Bruno Grönings ist über seine Erkrankung viel geschrieben worden, leider ohne Kenntnis der Tatsachen. Vieles ist entstellt worden. Es ist sogar behauptet worden, er sei unter dem Messer des Chirurgen während einer Krebsoperation gestorben.

Ich, als seine Frau, möchte die Öffentlichkeit über den wirklichen Verlauf seiner Erkrankung und seines Hinscheidens aufklären.

 

Bis zum November 1958 habe ich nichts von einer Erkrankung meines Mannes gewusst. Er klagte nie, war immer guter Dinge, empfing täglich Gäste und Heilungsuchende. Da er im Laufe dieses Monats stark abmagerte, teilte ich diese beunruhigenden Symptome dem uns gut befreundeten Arzt und Krebsforscher, Dr. Pierre Grobon, Paris, mit, welcher sie für ein mögliches Anzeichen einer schlimmen Erkrankung hielt.

Auf seinen Rat hin fuhren mein Mann und ich Ende November 1958 nach Paris. Mit Dr. Grobon gingen wir zu einem Röntgenologen. Dieser machte gleich mehrere Aufnahmen von meinem Mann. Die Auswertung der Röntgenbilder ergab, dass es sich um Magenkrebs in vorgeschrittenem Stadium handelte.

Vor unserer Abreise nach Paris hatte mein Mann in Plochingen zu mir gesagt:

 „Ich weiß, was mir fehlt, mir kann keiner helfen!“ Ich verschwieg ihm aber auf seine Frage, was Dr. Grobon mir mitgeteilt hatte, die Gefährlichkeit seines Zustandes. Er äußerte darauf: „Glaubst du, ich wüsste nicht, was mir fehlt? Ich habe Krebs, und zwar schon lange! Es ist nichts zu machen.“ Ich selbst war in einer verzweifelten Lage und Stimmung und brach in Tränen aus.

Dr. Grobon erklärte meinem Mann, dass er sich unbedingt sofort operieren lassen müsse. Es handele sich um Tage, vielleicht sogar um Stunden, es sei ohnehin viel-leicht schon zu spät.

In völliger Ruhe und Gelassenheit erklärte mein Mann: „Jetzt geht es auf keinen Fall. Viele warten in Deutschland und im Ausland auf mich, zu denen ich in den Weihnachtsfeiern sprechen will. Im Januar 1959 komme ich nach Paris zurück.“

Dr. Grobon geriet in Erregung, und bat meinen Mann geradezu flehentlich, sich sofort einer Operation zu unterziehen. „Es ist unmöglich“, sagte er, „dass Sie in Ihrem jetzigen Zustand noch Reisen unternehmen. Wenn Sie mein Vater wären, würde ich Sie noch heute operieren lassen!“ Er offenbarte ihm die Gefährlichkeit der Krankheit: „Ein Mensch in Ihrer Verfassung muss sich einer strengen Diät unterziehen, in aller Ruhe und ohne Aufregung leben, jede Müdigkeit vermeiden. Es ist unmöglich, dass Sie im Winter so weite Reisen unternehmen, und dazu noch Ihren Wagen selbst steuern.“

Bruno antwortete: „Ich esse, was mir beliebt und trinke, ohne mich zu erbrechen. Ich fühle mich noch frisch und kräftig genug, um weiter zu arbeiten und meine geplanten Vorträge zu halten. Aber Ihnen zu Gefallen werde ich in acht Tagen nach Paris zurückkommen. Ich muss zuerst zu Hause noch Verschiedenes regeln und mein Reiseprogramm umstellen.“

Am folgenden Tag sind wir nach Plochingen zurückgefahren.

 

Auf der Heimreise besuchten wir Freunde in Karlsruhe. Während des Abendessens unterhielt sich Bruno mit anderen Gastgebern in seiner gewohnten und anregenden Art. Keiner seiner Zuhörer, außer mir, ahnte, dass dieser einfallsreiche lebensfrohe Gast, laut einer exakten, durch Röntgenaufnahmen begründeten ärztlichen Diagnose, sich in tödlicher Lebensgefahr befand. Er aß zur Freude der Hausfrau mit einem für ihn ungewöhnlichen Appetit und verzehrte sogar, ohne Rücksicht auf seine furchtbare Erkrankung zu nehmen, vier Stück Sandkuchen und trank viel Kaffee.

Ich berichte diese an sich scheinbar unwichtigen Tatsachen, weil sie zeigen, mit welcher Meisterschaft Bruno Gröning seine vitalen Funktionen beherrschte, in einem Zustand, der jeden anderen ans Bett gefesselt und zu strengster Diät gezwungen hätte.

In Paris hatte Dr. Grobon ihn noch ausdrücklich gebeten, keinen Kaffee mehr zu trinken.

Erst nach Mitternacht fuhren wir nach Plochingen weiter. Mein Mann zeigte nicht die geringsten Anzeichen von Erschöpfung oder seelischer Niedergeschlagenheit. Sein Wesen war völlig unverändert. Wie immer war er in gesprächiger, guter Stimmung.

Während unseres Aufenthaltes in Plochingen besprach er mehrere Tonbänder. Anstelle der ursprünglich geplanten persönlichen Vorträge wurden diese Aufnahmen auf den Weihnachtsfeiern in Kreisen der Gröning-Gemeinschaften, u. a. in Kiel, Springe, Essen, Karlsruhe, Augsburg und auch in Städten des Auslandes gespielt.

 

Nach acht Tagen fuhren wir in unserem Wagen wieder nach Paris. Nachdem ich Dr. Grobon angerufen hatte, begaben wir uns in die chirurgische Privatklinik seines Freundes Dr. Bellanger, der mit Bruno bekannt war. Dr. Grobon hatte diesen in Paris sehr angesehenen Spezialisten für Krebschirurgie inzwischen über den Zustand meines Mannes orientiert.

Nachdem Dr. Bellanger die Röntgenbilder geprüft hatte, sagte er mir auf französisch, das Bruno nicht verstand: „Die Operation wird sehr schwer sein, ich bin noch gar nicht sicher, ob wir überhaupt operieren können. Nach den Röntgenaufnahmen ist der Fall fast verzweifelt. Ich werde die Bauchhöhle öffnen, wenn ohne Gefahr etwas zu machen ist, tue ich es. Andernfalls schließe ich die Wunde einfach wieder zu.“

Ich verschwieg meinem Mann den Ernst der Situation nicht. Er lächelte und sagte: „Von mir aus, schneiden Sie mich von oben bis unten auf, ich habe keine Angst, ich muss doch mal am eigenen Körper erfahren, wie man sich nach einer so schweren Operation fühlt.“

Dr. Bellanger machte große Augen, als ich ihm diese Worte übersetzte und äußerte, dass vielleicht ein großes Stück des Magens herausgenommen werden müsste.

Bruno meinte: „Meinetwegen, nehmen Sie den ganzen Magen heraus, aber ich weiß, dass Sie ihn doch drin lassen werden!“

Als wir uns auf unser Zimmer in die Klinik zurückgezogen hatten, sagte mir Bruno lächelnd: „Wenn sie aufgemacht haben, werden sie staunen über das, was sie zu sehen bekommen. Es ist viel schlimmer, als die Röntgenaufnahmen zeigen.“

Am folgenden Tag fand die Operation in Gegenwart von Dr. Grobon statt. Bevor sie zu Ende war, kam dieser auf mein Zimmer und sagte mir: „Ich muss Ihnen etwas Schreckliches mitteilen. Es ist noch viel schlimmer, als wir es uns vorgestellt haben. Der Magen ist total zerfressen, längst nicht mehr operabel. An der Leber, am Grimmdarm und an den Ganglien zeigen sich bereits Metastasen. Seine Tage sind gezählt.“

Es war eine böse Überraschung für die beiden Ärzte, sie waren zutiefst erschrocken, und als der Chirurg sah, dass nichts mehr zu machen war, schloss er die Wunde. Sie konnten aber nicht begreifen, dass Brunos äußere Erscheinung so wenig von seinem furchtbaren inneren Leiden verriet, dass er noch normal atmen konnte, dass sein Stoffwechsel in den letzten Wochen noch tadellos funktioniert hatte, dass sein Blutbild ausgezeichnet war. Es findet sich in diesem vorgeschrittenen Stadium ein sich ständig wiederholendes Erbrechen bei der geringsten Nahrungsaufnahme statt, und der schwer geprüfte Patient muss langsam verhungern. Bei Bruno war dies alles nicht.

Inzwischen hatte Dr. Bellanger die Schnittwunde zugenäht, Bruno wurde auf unser Zimmer gebracht. Er befand sich noch in Narkose. Die Krankenschwester und ich waren erstaunt über seine rosige Hautfarbe und sein frisches Aussehen. Nach einigen Stunden erwachte er.

 

In den auf die Operation folgenden Tagen gerieten die Ärzte und Krankenschwestern in eine täglich wachsende Verwunderung über das Verhalten des Patienten Bruno Gröning. Jedes Menü nahm er mit großem Appetit zu sich. Er aß sehr viel Honig. Die Nachtschwester war maßlos erstaunt, als er eines Abends, gegen 22.00 Uhr, um ein großes belegtes Brot bat. Von diesem Abend an bekam er täglich um diese Stunde sein gewünschtes Brot. Man sorgte sich zuerst, dass der Operierte sich erbrechen müsse, aber es geschah nichts dergleichen. Keine einzige der üblichen Unpässlichkeiten zeigte sich.

Einige Tage später, bei einem Besuch von Dr. Bellanger, stand Bruno von seinem Lager auf, machte einige Turnübungen und Kniebeugen und klatschte sich wieder-holt auf den Bauch. Der Arzt hielt sich die Hände vors Gesicht und rief ganz ent-setzt: „Halten Sie ein! Ich habe Angst! Die Wunde kann platzen, ich kann das nicht mehr mit ansehen!“ Er verließ fluchtartig das Zimmer. Und Bruno lachte so herzlich – und verstand nicht, dass man so ängstlich sein kann …

Am 6. Tage nach der Operation machten wir bei strömendem Regen einen Spaziergang durch die Straßen von Paris. Ganz vergnügt, die Hände in den Taschen, stehend am Rande einer großen Kreuzung am Place de l'Opera, sah er sich den Großstadtverkehr an, während der Regen in sein Gesicht peitschte. Dass er triefend nass war, störte ihn gar nicht. Da es langsam dunkel wurde und es kalt war, bat ich ihn, doch in die Klinik zurückzugehen. Widerwillig folgte er mir und sagte: „Stundenlang könnte ich so spazieren gehen.“ Unterdessen herrschte in der Klinik große Aufregung, weil sich alle um den seltsamen Kranken Sorge machten. Dr. Bellanger war zur Visite gekommen und hatte im leeren Zimmer gestanden. Und zum hundertsten Male vielleicht sagte er: „Es ist schrecklich!“

Wir wohnten im dritten Stock. Mein Mann benützte öfters nicht den Lift, sondern er ging zu Fuß die Treppen hinauf. Am Abend vor unserer Abreise machte ich mehrere Aufnahmen von meinem Mann mit Dr. Bellanger und Dr. Grobon.

Am zwölften Tage gab es vor unserer Abreise eine kleine Auseinandersetzung zwischen Bruno und Dr. Grobon. Er, Bruno, wollte unbedingt unseren Wagen selbst fahren. Als der Arzt dies streng verbot, entgegnete er lächelnd: „Wenn die Menschen nur von ihrer ständigen Angst ablassen könnten, würden sie mehr Erfolg im Leben haben!“

Beim Abschied, der sich sehr herzlich gestaltete, sagten die beiden Ärzte: „Alle unsere guten Wünsche begleiten Sie, Bruno, wenn Gott es will, sehen wir Sie gesund wieder!“ Dass sie sich aber des Ernstes des Zustandes Bruno Grönings voll bewusst waren, zeigten die beiden Atteste, die sie mir überreichten. Sie enthielten genaue Verhaltungsvorschriften für den Kranken.

Die Reise nach Plochingen verlief ohne Zwischenfälle. Bruno war wie immer heiter und gesprächig.

Weihnachten stand vor der Tür, Bruno schmückte frohgemut den Weihnachtsbaum. Zwischen Weihnachten und Neujahr erhielten wir sehr viele Besuche. Keiner seiner Freunde bemerkte, dass ihr Freund an einem so furchtbaren Leiden erkrankt war. Sein Drang, anderen zu helfen, war wie immer, übermächtig in ihm. Nur seine Magerkeit und Blässe fielen manchen auf.

Auf einer Reise Ende Dezember nach Rhöndorf am Rhein saß er die ganze Zeit am Steuer. Er sprach im Kreise seiner Anhänger bis 02:00 Uhr, ohne dass ein Anzeichen von Ermüdung zu bemerken war. Auf der Rückfahrt steuerte er wiederum den Wagen selbst.

Anfang Januar machten wir in Plochingen Spaziergänge in den verschneiten Wäldern, und mein Mann freute sich des Lebens. Es war geplant, am 1. Februar eine neue Sekretärin anzustellen.

Am 6. Januar überraschte mich mein Mann durch seine Erklärung, er werde die Sekretärin nicht anstellen. „In dieser Nacht“, so drückte er sich aus, „habe ich einen Stopp bekommen. Wir werden sehr bald nach Paris zurückfahren, aber die genaue Zeit bestimme ich.“

Er wusste wohl, dass er bald diese Erde verlassen müsste, und auf keinen Fall wäre er in Deutschland geblieben, wo er in den letzten zehn Jahren so verfolgt wurde. Besonders waren die Ärzte seine bittersten Feinde gewesen.

Ich verstand aber nicht, warum er so lange warten wollte, zumal sich sein Zustand von Tag zu Tag verschlimmerte.

Am 10.1. mussten wir zu einer wichtigen Besprechung wieder nach Rhöndorf fahren. Da ein sehr heftiges Schneetreiben die Benutzung des Wagens unmöglich machte, reisten wir mit dem Zug. Trotzdem wir mehrere Male auf die infolge der Schneeverwehungen mit starker Verspätung fahrenden Züge stundenlang warten mussten, überstand Bruno diese Winterreise, die jeder andere so schwer Erkrankte überhaupt nicht hätte durchstehen können, mit einer unbegreiflichen klaglosen Standhaftigkeit, welche ich mir nur mit der meisterhaften geistigen Beherrschung seiner körperlichen Verfassung erklären konnte. Auch die Rückreise nach Plochingen am folgenden Tag überstand mein Mann, trotz der gleichen beschwerlichen Umstände, wiederum erstaunlich gut.

Wenn man das Verhalten meines Mannes in den letzten Wochen vor seinem Hinscheiden verstehen will, muss man versuchen, sich wenigstens ein einigermaßen annäherndes Bild von seiner Geisteshaltung zu machen. Vor lebenswichtigen Entscheidungen beschäftigte sich Bruno nicht, wie es sonst selbstverständlich ist, mit langwierigen nüchternen Überlegungen über die Zweckmäßigkeit der zu unternehmenden Schritte. Er verließ sich auf die überbewusste oder unbewusste Eingebung mit welcher höhere Mächte ihn begnadeten, vor allem auch dann, wenn er Leidenden zur Heilung verhalf, die Jahre, nicht selten jahrzehntelang vergeblich Heilung gesucht hatten. (Vergl. die später folgenden dokumentarischen, unbezweifelbaren Berichte über seine Heilerfolge.) Oft hat er geäußert: „Die glücklichste Stunde meines Lebens wird die sein, in welcher ich meinen Körper verlassen darf!“

Er wusste, dass er nicht in Deutschland bleiben durfte. Aber er wartete auf ihm zu-kommende Weisungen über den Zeitpunkt seiner Abreise.

Im Laufe dieser beiden letzten Wochen vor unserer Abreise erhielt er Besuch seines Bruders Kurt, mit welchem er längere Wanderungen unternahm. Noch zwei Tage vor unserer Abfahrt besuchten ihn zwei Mitarbeiter, mit welchen er lange und intensive Gespräche führte, ohne dass er sich durch seinen Gesundheitszustand irgendwie stören ließ.

Am Montag, den 19.1. beauftragte er seine Sekretärin, die Flugplätze nach Paris für Mittwoch zu bestellen. Trotz meines Drängens, schon am Montag zu fahren, be-harrte er auf seinem Entschluss.

Am Mittwoch, den 21.1. flogen wir nach Paris.

 

Mein Mann war guter Laune, aber man sah ihm an, dass es ihm gar nicht gut ging.

Wegen Verschlusses des Dickdarmbogens war eine Operation notwendig. Am 22.1. fand sie statt. Dr. Bellanger, der die Operation ausführte, sagte mir: „Die Zerstörung in Brunos Körper ist furchtbar; es ist eine innere totale Verbrennung, wie er so lange und ohne die entsetzlichen Schmerzen zu erleiden, leben konnte, ist mir ein Rätsel. Das Ende ist aber nahe.“

In einem Schreiben vom 26.2.59 berichtete Dr. Bellanger u. a.: „Es bedurfte einer sehr seltenen Willenskraft, um die Entwicklung seines Leidens zu ertragen. Ich habe seinen Mut, seine heitere Ruhe, die mir durch einen starken christlichen Glauben zu erklären sind, stets bewundert.“

Dr. Grobon schreibt am 28.2.59 u. a.:

„Meine Bemühungen um Bruno waren zu natürlich, und ich darf wohl sagen, dass sie eine gewaltige Stütze an dem Mut, der Willenskraft und der bedeutenden Persönlichkeit Bruno Grönings gefunden haben. Und zwar so sehr, dass man sagen darf: Trotz seiner schrecklichen Krankheit hat er nicht gelitten!! Eben dies müssen seine Freunde wissen, und hierin liegt ein großer tröstlicher Umstand. Er war auf der Bahn Christi.“

Merkwürdig ist auch folgendes Naturereignis. Am 22.1., während mein Mann noch in der Narkose lag, verdüsterte ein urplötzlich über Paris ausbrechendes Gewitter mit Blitzen und Donnerschlägen die heitere und helle Tagesstimmung. Es wurde so dunkel, dass man am hellen Tag das Licht anzünden musste. Die Schwester drückte ihr Erstaunen über ein so heftiges Gewitter aus.

In den auf die Operation folgenden Tagen waren Brunos Temperatur, sein Blutdruck, sein Puls, völlig normal. Er stand sogar noch zweimal auf und setzte sich in einen Sessel. Erst in der Nacht vom Sonntag, den 25.1. auf Montag wurden die Vorzeichen des nahenden Todes sichtbar.

Am Montag, den 26. Januar 1959, 1 3 Uhr 45, ging er friedevoll und ruhevoll in die Ewigkeit über.

Das geschah gerade in dem Augenblick, wo es den Menschen offenbar gelungen wäre, ihn an der Erfüllung seines göttlichen Auftrages zu hindern.

Am 22.1., dem Tag der Operation, wurde in München der für Bruno Gröning lebenswichtige Prozess zu Ende geführt. Der Staatsanwalt verlangte wiederum die Gefängnisstrafe.

 

Seinen Tod kann man von dieser Warte aus unter den Worten sehen:

„Die Menschen gedachten es böse mit ihm zu tun, Gott aber gedachte es gut mit ihm zu machen.“

Bruno Gröning, der die letzte Hoffnung von Tausenden von Leidenden war, war nicht mehr …

 

Ich, als die Frau des Verstorbenen, empfinde die Notwendigkeit, über die menschliche Anteilnahme seiner Ärzte kurz zu berichten.

Als ich, kurz nach dem Hinscheiden Brunos mit Dr. Bellanger sprach, wischte sich dieser Leid gewohnte Arzt verstohlen die Tränen weg, die über seine Wangen hinabrollten. Er sagte:

„Diese gottbegnadeten Menschen haben auf der Erde einen schweren Weg. Ihre Tragödie ist es, sich selbst nicht helfen zu dürfen, nachdem sie Tausenden geholfen haben.“

Bruno Gröning war ein Übermensch!

 

Quelle:
Gertrud Elisabeth Weidner (Hrsg.): Lichthort, Zeitschrift für universale Gotteserfahrung, dualistische Geisteserkenntnisse und esoterisch-ganzheitliches Weisheitsgut (Verlag für Esoterische Wissenschaften, Marschalkenzimmern, Schwarzwald, 1959) Nr. 33/34, S. 1385-1390